Ein praxisnaher, europäischer Fahrplan für den Umstieg auf quantensichere Kryptografie Handeln Sie jetzt, bevor die Frist Sie unvorbereitet trifft.
Quantencomputer versprechen außergewöhnliche Fortschritte in Wissenschaft und Industrie. Zugleich gefährden sie die Public-Key-Kryptografie, die heute nahezu jede digitale Interaktion schützt. Ein hinreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte die bestehenden RSA und Elliptische Kurven Algorithmen brechen, auf deren Basis TLS Zertifikate, digitale Signaturen, Verschlüsselung, VPN Verbindungen und Code-Signing beruhen. Die gute Nachricht: Der Migrationsweg ist inzwischen klar. Die unbequeme Nachricht: Man muss jetzt beginnen.
Warum die Uhr bereits tickt
Obwohl die Technologie noch nicht verfügbar ist, sind Sie bereits heute gefährdet. Angreifer sammeln bereits verschlüsselte Daten, um sie später zu entschlüsseln, sobald die Systeme verfügbar sind. Der Gedankengang dahinter ist: „Harvest Now, Decrypt Later“. Alle Informationen, die zehn Jahre oder länger vertraulich bleiben müssen — Gesundheitsdaten, Finanzdaten, Staatsgeheimnisse, geistiges Eigentum — sind faktisch in dem Moment gefährdet, in dem sie übertragen und von unberechtigten Personen gespeichert werden. Für langlebige Daten ist die Quantenbedrohung ein heutiges, kein zukünftiges Problem.
Was sich 2024 geändert hat
Im August 2024 hat NIST die ersten Standards für Post-Quanten-Kryptografie verabschiedet und veröffentlicht. FIPS 203 (ML-KEM) für die Schlüsselkapselung sowie FIPS 204 (ML-DSA) und FIPS 205 (SLH-DSA) für digitale Signaturen. Erstmals stehen Organisationen freigegebene, standardisierte Verfahren für die Migration zur Verfügung. Europa zieht mit: Das BSI empfiehlt hybride Verfahren, die klassische und Post-Quanten-Algorithmen kombinieren, und hat signalisiert, dass die alleinige Nutzung klassischer asymmetrischer Schlüsselaustauschverfahren bis Ende 2031 auslaufen soll. Die Standards sind da. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell und in welcher Reihenfolge migriert werden muß.
Ihr Fahrplan in fünf Schritten
- Kryptografie erfassen und inventarisieren. Sie können nur schützen, was Sie kennen. Erfassen Sie alle eingesetzten kryptografischen Verfahren, Zertifikate, Schlüssel, Protokolle und Systeme (inkl. Drittanbieter-Komponenten, Embedded Systems, HSMs). Ohne vollständige Übersicht über die "Crypto Assets" lässt sich kein Migrationsplan erstellen.
- Nach Risiko und Datenlebensdauer priorisieren. Bewerten Sie, welche Systeme am stärksten durch "Harvest Now, Decrypt Later" Angriffe gefährdet sind (z. B. Daten mit langer Vertraulichkeitsdauer), welche regulatorischen Fristen gelten (BSI TR-02102, NIS2, eIDAS 2.0) und welche Systeme geschäftskritisch sind. Daraus ergibt sich die Reihenfolge der Migration.
- Auf Kryptoagilität achten. Stellen Sie sicher, dass Systeme und Architekturen so gestaltet sind, dass kryptografische Algorithmen ohne grundlegende Systemänderungen ausgetauscht werden können. Zum Beispiel über zentrale PKI/CLM-Plattformen.
- Pilotierung mit PQC-Algorithmen. Testen Sie NIST-standardisierte Verfahren wie ML-KEM (Kyber) für Schlüsselaustausch und ML-DSA (Dilithium) für Signaturen in kontrollierten Umgebungen, inkl. Hybrid-Modi (klassisch + PQC), um Kompatibilität und Performance zu prüfen
- Rollout & Legacy-Abschaltung – Schrittweise Migration der priorisierten Systeme in den Produktivbetrieb, begleitet von kontinuierlichem Monitoring, gefolgt von der kontrollierten Abschaltung klassischer, nicht-quantensicherer Verfahren.
Die europäische Dimension
Für Organisationen in der DACH-Region, den Benelux-Ländern und den nordischen Märkten steht die Post-Quanten-Migration nicht für sich allein. Sie berührt unmittelbar NIS2 und DORA, die beide den Stand der Technik in der Kryptografie und ein robustes Risikomanagement verlangen. Ein glaubwürdiger PQC-Fahrplan wird zunehmend Teil dessen, was Aufsichtsbehörden und Prüfer erwarten. Wer Quantensicherheit als Compliance-Treiber begreift — statt als separates Forschungsprojekt — macht aus einem drohenden Risiko einen Wettbewerbsvorteil.
Wie CRYPTAS unterstützt
CRYPTAS unterstützt auf Basis der lanjährigen PKI- und HSM Expertise bei der Konzeption einer krypto-agilen Architektur, die einen reibungslosen Wechsel zwischen klassischen und post-quantensicheren Verfahren ermöglicht Wir helfen Ihnen, Ihren kryptografischen Bestand zu erfassen, Kryptoagilität in Ihre Enterprise-PKI einzubauen und eine schrittweise, hybride Migration im Einklang mit den BSI-Empfehlungen und Ihren regulatorischen Pflichten durchzuführen. Ein Fahrplan, hinter dem Security-Architekten, Prüfer und Geschäftsleitung gleichermaßen stehen können.
Bereit zu starten? Sprechen Sie mit CRYPTAS über ein Post-Quanten-Readiness-Assessment.